Tags: Assistenz, Lektorat, künstliche Intelligenz
Autor/in: Caroline Breitfelder
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Künstliche Intelligenz ist so ein Thema. Einige sind ganz begeistert von den Möglichkeiten, die sie bietet, sind Feuer und Flamme für Innovation und Fortschritt. Andere sehen die Sache skeptischer, denken an warnende Zeitungsartikel oder Hollywood-Blockbuster, welche die potenziell düstere Seite einer uns überlegenen nicht-menschlichen Intelligenz ausmalen. In vielen Berufsbranchen ist Künstliche Intelligenz bereits Teil des Alltags und der Zukunftsplanung. Wie sieht es in der Verlagsbranche aus? Darauf wollen wir heute einen Blick werfen. 

Künstliche Intelligenz als Assistenz in Verlagen

In der Verlagswelt ist modernste Künstliche Intelligenz kaum verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass man ihr zunächst mit Misstrauen und Skepsis begegnet. Wobei kann sie denn schon helfen?, fragt man sich. Kann eine KI wirklich schlechte von guten Texten unterscheiden? Kann sie Lektor:innen und Verleger:innen ersetzen? – Nein, und das will sie auch gar nicht. Eine Künstlerische Intelligenz gibt es nämlich noch nicht. Deshalb können automatisierte Programme in einer Branche, die Kreativität und literarisches Feingefühl fordert, Arbeitsplätze nicht ersetzen. Vielmehr sollen sie unterstützen. Unsere KI mit dem Namen Alinea, um die es heute vor allem gehen soll, und die speziell für die Verlagswelt entwickelt wurde, will nicht entlassen, sondern entlasten. Sie ist deine persönliche Assistenz. 

Scriptbakery als Assistenz von Lektor:innen

Scriptbakery wurde als eine Entlastung für den Verlags- und Lektor/innenalltag entworfen, eine Hilfskraft, wenn man so will. Sie ist eine automatisierte Manuskriptannahme und -analyse. Aufgrund der Flut an Manuskripten, die Verlage tagtäglich erreicht, legen Lektoren und Lektorinnen einen Großteil davon ungelesen beiseite, einfach, weil sie nicht die Zeit haben, um alle Einsendungen durchzugehen. Bei diesem Problem soll Scriptbakery helfen. Zusätzlich zur Verwaltungsarbeit besitzt Scriptbakery ein intelligentes Tool (Alinea), in welche Manuskripte eingespeist, untersucht und ausgewertet werden können. Dadurch schaufeln sie den Lektor:innen Zeit frei, damit sie ihre Ressourcen dort einsetzen können, wo sie am meisten gebraucht werden: Um großartige Texte zu entdecken und sie auf ihrem Weg zum Buch zu begleiten. 

Assistenz im Lektorat ist notwendig

Die Assistentin Alinea

Was genau leistet Alinea? Die Texte werden von dem Assistenz-Programm nach Lesbarkeit und nach zu erwartendem Korrekturaufwand geordnet. Das Vokabular kann auf die Zielgruppe hin untersucht werden, und auch das Thema, eine grobe Inhaltsangabe und die Passgenauigkeit auf das Verlagsprogramm kann die KI in einem Überblick liefern. So müssen sich beispielsweise Sachbuchverlage nicht länger mit naseweisen Kommissaren aus Krimi-Manuskripten herumschlagen, sondern können sich auf die Manuskripte konzentrieren, die in das Verlagsprogramm passen. Auf diese Weise gehen auch keine Rohdiamanten der Literatur verloren, da jede Einsendung von der Assistenz Alinea bearbeitet werden kann. 

Wie das alles funktioniert? Das Kernstück von Scriptbakery ist die linguistische Analyse der KI, die auf über hundert sprachlichen Merkmalen basiert, die in das Programm eingespeichert wurden und auf welche es Texte untersucht und auswertet. Je nach Verlagsprogramm können jene auch angepasst werden.

Scriptbakery als Zukunftsperspektive?

Der Grundgedanke von Scriptbakery ist also, Lektoren und Lektorinnen in ihrem Alltag zu entlasten und sie nicht unter einer Welle von Manuskripten untergehen zu lassen, die eventuell nicht einmal in das Programm ihres Verlages passen. Scriptbakery ist  deine Assistenz. Sie wurde dafür entworfen, die (ungefragt) eingereichten Texte auf ihr Potential hin zu überprüfen. Das Programm stellt fest, ob die Manuskripte überhaupt für den Verlag geeignet sind und bietet eine cloudbasierte Übersicht, auf die das gesamt Team Zugriff erhält, ohne eine Auswahl zu treffen. Es soll also vornehmlich in der Assistenz-Funktion Lektoren und Lektorinnen ihre Arbeit erleichtern, ohne eine Wertung „gut“ oder „schlecht“ unter die Texte zu stempeln. Das bleibt den Lektor:innen anhand des ersten Überblicks, den Alinea ihnen liefert, überlassen.

Die wichtigste Arbeit des Lektorats, nämlich das Verwandeln eines vielversprechenden Manuskripts in ein gutes Buch, bleibt nach wie vor in der Hand der menschlichen Mitarbeiter:innen. Denn was gute Literatur ausmacht, wissen Menschen immer noch am besten.