Tags: Marketing, Verlagsbranche

Autor/in: Anne Sillmann

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Player, Customer Journey, Targeting – Die Liste der Marketing-Buzzwords könnte noch ewig so weiter gehen. Aber wer will das schon lesen? Richtig, niemand! Wir können es nicht mehr hören!

Für viele Verlage, Self-Publisher*innen und Autor*innen sind jedoch digitales Marketing und Networking/Vernetzen die Schlüsselelemente zu einem erfolgreichen Buchverkauf. In dem Wald aus Buzzwords und hilfreichen Tools kann es aber ganz schön unübersichtlich werden und so manch ein Marketing-Neuling findet aus dem dunklen Dickicht gar nicht mehr heraus.

Wir versuchen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen, sodass erfolgreiches Marketing und Sich-Vernetzen kein Ding der Unmöglichkeit mehr ist, sondern vielleicht sogar anfängt, dir Spaß zu machen.

Die Webseite 

Das Herzstück deiner Kommunikation sollte eine Website bilden, auf der du alle Infos sammeln kannst. Dort kann jede*r Interessierte sicher landen und fröhlich stöbern, bis er/sie das neue Lieblingsbuch gefunden hat. Im besten Falle kommt er/sie zu dem Schluss, dass der Verlag oder die Autor*in hinter der Website eine echt coole Socke ist und es sich lohnt, mal wieder vorbeizuschauen. Auf dieser Seite, deinem Marketing-Zentrum, sollten Leser*innen auch einen Shop finden, in dem sie das neu entdeckte Lieblingswerk direkt kaufen können. Außerdem alle News zu neuen Projekten und Termine der anstehenden Messen, Lesungen, Autogrammstunden – you name it.

Die Website hat aber auch noch eine andere Funktion: Suchmaschinen-Optimierung, kurz SEO (von engl.: Search Engine Optimization). Letztendlich wünschen sich doch alle Verlage oder Autor*innen, dass potenzielle Leser*innen beim Eintippen des Suchbegriffs „Buch kaufen“, „Fantasybuch“ oder worauf immer man den Fokus gelegt hat, direkt auf ihrer Seite landen, richtig?

Das geht aber nur, wenn Google auch weiß, dass es auf deiner Seite etwas zu dem Begriff zu suchen gibt. Und Google weiß das nur, wenn der Begriff auf deiner Website auftaucht – möglichst nicht nur ein Mal!

Diesen Teil des Marketings kannst du prima mit Spaß und Kreativität mischen: Blogbeiträge und SEO Landingpages zu verschiedenen Themen eignen sich hervorragend dafür, die sogenannten Keywords häufig genug fallen zu lassen, ohne dabei verwirrende Texte ohne relevanten Inhalt zu produzieren.

Vernetzung

Blogs

Und damit sind wir auch schon beim zweiten Marketing-Tool angelangt: Blogs. Wie eben erwähnt sind Blogs die ideale Plattform für Artikel zu verschiedenen Themen und Schlüsselbegriffen, die neue Leser*innen an Land ziehen. Damit deine neuen Fans aber nicht schon beim Anlegen von der Welle an Keywords und Informationen überflutet werden, müssen die Beiträge sinnvoll sein. Alle Keyword-Optimierung nutzt schließlich nichts, wenn am Ende nur unlesbarer Wortbrei herauskommt. Entscheide dich daher für Themen, die zu dir, deiner Marke und deinem Produkt passen, und auch aktuell relevant sind. Wenn die Leser*innen in deinen Beiträgen einen Mehrwert für sich sehen, dann bleiben sie, lesen, kaufen, empfehlen weiter und kommen wieder.

Du musst dabei gar nicht permanent auf deine Produkte aufmerksam machen. Ein Hinweis hier, ein Link da ist schon ausreichend. Wenn deine Leser*innen auf dem Blog Infos finden, die sie lesen wollen, dann werden sie auch wiederkommen und die Marke positiv im Kopf behalten. Und durch die gute und sinnvolle Verteilung der Keywords wird Google auch laufend neue Leser*innen zu dir schicken. Einen kleinen Einstieg ins Thema Suchmaschinen-Optimierung findest du hier.

Es reicht aber nicht, nur gute Beiträge zu produzieren. Gerade für Autor*innen ist es auch wichtig, andere Blogs zu entdecken, zu folgen und zu kommentieren. Mach dich sichtbar, lautet die Devise. Ideal sind auch Gastbeiträge in verschiedenen Blogs oder Gastbeiträge von anderen Bloggern, die du bei dir veröffentlichst. So erreichst du deine Zielgruppe an allen Orten, an denen sie sich tummeln mag. Vernetzen geht schließlich in alle Richtungen, über Umwege und Knotenpunkte – gerade das ist ja das Schöne daran und macht dein Netzwerk auf lange Sicht zu einem stabilen Netz, das dich auffängt.

Blogging

Social Media

Social Media – Hach, du geliebtes, verhasstes Marketing Instrument. Im Ernst, ich führe eine sehr intensive Hassliebe mit den sozialen Netzwerken. Denn manchmal machen sie mich wahnsinnig, mit den Algorithmus-Änderungen, spontanen Follower-Fluktuationen und der launischen Reichweite. Aber es hilft alles nichts, denn in Wahrheit sind sie großartig. Wo kann man sich sonst so einfach mit der Zielgruppe vernetzen und in Sekundenschnelle über aktuelle Themen austauschen? Egal, was in der realen Welt da draußen passiert, Social Media wird nicht abgesagt. Hoffe ich zumindest.

Die sozialen Netzwerke sind dazu da, echt zu sein, nahbar zu werden, aktuelle Themen zu teilen, News und Termine zu publizieren und Austausch zu schaffen. Hier finden Leser*innen Inspiration. Hier verbindest du dich mit deiner Zielgruppe. Hier kannst du deine Community informieren, in Entscheidungen einbeziehen und aus dem „Ich mach etwas für dich“ ein „Wir machen etwas für uns“ entstehen lassen. Das macht die sozialen Netzwerke vor allem für Crowdpublishing zur richtigen Plattform. Aber es gibt auch Unterschiede zwischen den Netzwerken. Was Instagram, Facebook, Twitter und Co. so einzigartig macht, zeige ich dir hier auf einen Blick:

Social Media Kanäle

Instagram

  • Hauptsächlich visuell, Suche nach Inspiration, Erfahrungsaustausch
  • Nicht geeignet, um den Blog oder die Website zu bewerben
  • Neugierig machen durch Bilder und kurze, prägnante Texte

Pinterest

  • Hauptsächlich visuell, Suche nach Inspiration
  • Hier können Pinnwände mit Bildern erstellt werden (z.B. zum Setting eines Buches, Vorstellung der Charaktere, etc.)

Facebook

  • Geeignet, um Blogbeiträge zu teilen und auf die Website zu verweisen
  • Hauptsächlich Nachrichten und Unterhaltung
  • Zukünftig wird ein starker Fokus auf Videos erwartet
  • Nicht geeignet für Call to actions („Klick hier“, „Kaufe das Produkt“, etc.), da Facebook dies erkennt und daraufhin den Post nicht so häufig anzeigt

Twitter

  • Nachrichten-Plattform
  • Geeignet, um Blogbeiträge zu teilen und Inhalte auf der Website zu bewerben

LinkedIn

  • Professionelle Plattform für Unternehmen und Mitarbeiter
  • Geeignet, um eigene Blogartikel und Artikel aus der Branche zu teilen
  • Vernetzen mit anderen Unternehmen (geeignet für B2B Kunden) und Mitarbeitern

Probieren geht über studieren!

Der kurze Abriss gibt dir hoffentlich einen kleinen Überblick über die Nutzung der einzelnen Marketing Tools. Das oberste Gebot bei allen ist: Konsistenz. Nur wenn du einen einheitlichen Bildstil, eine einheitliche Sprache und zu deinem Produkt oder deiner Person passende Themen hast, kannst du auch als „Marke“ (egal, ob als Person oder Verlag) wiedererkannt werden und nachhaltig das Bild deiner Leser*innen von dir positiv prägen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Letztendlich ist vor allem wichtig: Dran bleiben. Weiter informieren. Weiter lernen. Hinter jeder Ecke im Marketing-Irrgarten versteckt sich eine neue Methode, ein neues Tool, eine neue Perspektive. Welche die richtige ist, musst du für dich selbst entscheiden. Wenn du mit den hier genannten Basics anfängst, wirst du auch schnell ein Gefühl dafür bekommen, was für dich funktioniert und was nicht. Hauptsache, Leser*innen, Autor*innen und Verlage vernetzen sich. Gemeinsam macht so ein Irrgarten-Spaziergang doch gleich viel mehr Spaß.